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Aktuelles

Bad Waldsee, Hauptstraße 10-12 Oberamteistraße

Im Auftrag der Stadt Bad Waldsee fand vom 22. Februar bis zum 22. April 2021 eine Rettungsgrabung im Vorfeld des Anbaus eines Verwaltungsgebäudes an das barocke, ehemalige Franziskanerkloster statt. Vorausgegangen waren mehrtägige baubegleitende Untersuchungen in den Jahren 2019-21 im Zusammenhang der vorbereitenden Arbeiten. Der Neubau überbaut das Südosteck der Stadt des 13. Jahrhunderts, entsprechend reichhaltige Befunde konnten zur Frage der Stadtbefestigung und der korrespondierenden Bebauungsstrukturen gemacht werden. Zur schnellen Übersicht habe ich einen wenige Tage vor Grabungsende erstellten vorläufigen Bauphasenplan mit zugehörigen Erläuterungen zum Download bereitgestellt.
Gerade vor dem Hintergrund des jüngst angelaufenen DFG-Projekts Auswirkungen mittelalterlicher bis frühneuzeitlicher Stadtentwicklung auf Gewässer am Beispiel von Bad Waldsee von besonderem Interesse ist die Interaktion zwischen Stadt und See: Nachdem die Stadt des späteren 13. Jahrhunderts noch einen deutlichen Bezug auf die zwischen Stadt- und Schlosssee liegende "Insel" aus älteren Geröllen, Kiesen und Sanden nimmt, wagt man sich mit der Stadterweiterung in Richtung Wurzacher Vorstadt in unsicheres Gelände vor. Die neue Stadtmauer überbaut hier eine verlandete Bucht des Stadtsees. Möglicherweise in Zusammenhang mit menschengemachten Seespiegelschwankungen kippt die Mauer nach etwa einem Jahrhundert Bestehen Richtung See ab und muss notdürftig gesützt und schließlich in leichterer Bauweise erneuert werden. Die anschließende Bebauung wird aufgegegeben und zieht sich wieder auf sicheres Terrain zurück.

"Vnser Schloß und statt Gammertingen"

Im Auftrag der Stadt Gammertingen verfassen Joachim Jehn und ich bis 2023 eine neue interdsiziplinäre Stadtgeschichte Gammertingens. Grundlage sind die umfassenden neuen Erkenntisse aus der Auswertung der Schlossplatzgrabung von 2012/13, ergänzt durch umfangreiche neue Archivstudien. Ergänzt wird die Arbeit durch neue Illustrationen von Roland Gäfgen, Renningen, sowie in geringerem Umfang auch durch neue bauhistorische Untersuchungen durch Tilmann Marstaller, Rottenburg.
Die wissenschaftliche Auswertung der Schlossplatzgrabung, die ursprünglich in den Forschungen und Berichte zur Archäologie in Baden-Württemberg erscheinen sollte, ist dort inzwischen abgelehnt worden, weil anscheinend nicht mit dem Reihenprofil kompatibel. Ich erachte dies als höchst bedauerlich, weil hier erstmals eine archäologische Untersuchung vorgelegt wurde, die von der Planung bis zur Publikation den Grundzügen der von mir entwickelten historischen Archäologiekonzeption folgt. Sie zeigt exemplarisch, welche Informationsdichte unter entsprechenden Voraussetzungen aus einer gewöhnlichen, kleineren Stadtkerngrabung zu extrahieren ist. Bis ein alternativer Publikationsort gefunden ist, biete ich an, die Arbeit Interessenten auf Anfrage zur privaten Nutzung zur Verfügung zu stellen.

Nehren, Neue Beobachtungen zur Siedlungsgeschichte

Nachdem 2016 im Zusammenhang mit der Kirchenrenovierung erstmals baubegleitende Untersuchungen an der Nehrener Veitskirche erfolgt waren, konnten im März/April 2018 auch baubegleitende Untersuchungen auf dem westlichen Kirchenvorplatz durchgeführt werden. Diese erfolgten im Auftrag der Gemeinde Nehren, welche Eigentümerin des zur Hauchlinger Straße gelegenen westlichen Kirchvorplatzes ist. Die Befunde auf der überschaubar großen Untersuchungsfläche erwiesen sich als für die Nehrener/Hauchlinger Kirchen- und Siedlungsgeschichte in besonderem Maße relevant. Hauptbefund ist eine sanft zur Straße abfallende sorgfältig gepflasterte Fläche, auf der sich ein ca. 1 m breiter Fußweg abgrenzen lässt, welcher die gepflasterte Fläche zugleich entwässerte. Der Fußweg scheint auf das seit der Kirchenerweiterung von 1587 am heutigen Ort befindliche Hauptportal der Kirche zu zielen. Interessanterweise biegt der Weg am westlichen Ende des Kirchvorplatzes nach Süden ab. Er lässt sich von daher wohl auch als materielle Manifestation der Einpfarrung Nehrens nach Hauchlingen begreifen sowie als Zeichen dafür, dass das wesentlich bevölkerungsstärkere Nehren im vereinigten Ort auch auf der geistlichen Ebene die Ausrichtung vorgab.
Das Pflaster ist durch Reste einer darüberliegenden Brandschuttschicht in zweifacher Weise datierbar. Die Flachziegel, gebrannten Lehm, Holzkohle, Geschirr-, Ofen- und Sonderkeramik führende Schicht verweist wohl auf eine Ablagerung im 18. Jahrhundert, gleichwohl gehört das Gros der Funde in die 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts, also in die Zeit der Kircherweiterung. Vermutlich lässt sich dieser Befund durch die erneute Ausplanierung von Sediment erklären, mit dem vor 1587 das stark nach Norden/Hauchlingen abfallende Gelände zum heutigen plateauartigen "Kirchhügel" aufplaniert wurde.
Fast noch spannender als die Umstände der Pflastererrichtung sind jedoch diejenigen seiner Aufgabe wohl im 18. Jahrhundert. Sie erfolgte unmittelbar nach dem Brand eines in Fachwerkbauweise errichteten Nachbargebäudes. Nach dem Ausschlussverfahren - die älteren Nachbargebäude bestehen entweder noch oder bestanden nachweislich weiter (das 1700 erbaute Nehrener Schulhaus) - ist der Brand auf dem heute der Gemeinde gehörenden Flurstück 4/1 selbst zu verorten. Dort bestand bis in die 1960er ein wohl ins 18. Jahrhundert zurückgehender Streckhof, der sich auf den heutigen Kirchzugang bezieht und wohl wie dieser ein Zeugnis der Neuordnung nach dem Brand war. Für den im 18. Jahrhundert abgegangenen Hof kommt letztlich vor allem ein Standort infrage: südwestlich der alten Schule im Bereich der Kurve, welche die Hauchlinger Straße heute um den "Kirchhügel" nimmt. Trifft diese Annahme, so müsste man bis ins 18. Jahrhundert noch gänzlich unterschiedliche Siedlungs-, vor allem aber Verkehrsverhältnisse rund um die Hauchlinger/Nehrener Kirche annehmen. Bis zu dieser Zeit wäre die in Verlängerung der Nehrener Hauptstraße verlaufende heutige Hauchlinger Straße gerade aus über das "Alte Gässle" Richtung Dußlingen/Tübingen verlaufen. Sie hätte im Bereich der heutigen Kurve ein wesentlich höheres Niveau und wäre vom frühneuzeitlichen gepflasterten Kirchvorplatz ohne Treppe erreichbar gewesen. Die Hauchlinger Häusergruppe "im Bund" wäre von dieser Hauptstraße nur mit einem sehr abschüssigen Pfad, vielleicht auch einer Treppe verbunden gewesen - eine Verbindung, die für landwirtschaftliche Gespanne möglicherweise nicht oder nicht dauerhaft befahrbar war. Tatsächlich datiert das älteste Haus am nach Nordnordost führenden unteren Ast der Hauchlinger Straße erst auf 1771 - für Hauchlinger Verhältnisse ein junges Datum.
Es spricht einiges dafür, dass das heutige Nehrener Hauptstraßensystem nur auf das 18. Jahrhundert zurückgeht - und dass sich der alte Kirchweiler Hauchlingen siedlungsgenetisch auf die Kirche und die Häusergruppe "Im Bund" reduzieren lässt. Die anderen Hauchlinger Häusergruppen wie etwa die "Oper" sind letztlich als Hofgründungen an der durch Nehren führenden Straße zu sehen, die wohl bis zum Ausbau der Schweizer Straße (B 27) als Chausee in den 1750ern noch als Durchgangsstraße zu den Albaufstiegen bei Gönningen und Talheim zu werten ist, und gehören siedlungsgenetisch bereits zum seit 1504 kirchlich und 1543 weltlich vereinigten Dorf.
Die auf Lesefunde gestützte Vermutung, dass das alte Hauchlingen ursprünglich wohl dem Wiesbachübergang bei der Musikantenscheuer zugeordnet war, konnte im Zuge einer ebenfalls durch die Gemeinde beauftragten baubegleitenden Untersuchung am Regenüberlaufbecken in der Talstraße im April 2019 erhärtet werden. In hoher Befunddichte traten hier früh- und hochmittelalterliche Siedlungsbefunde zu Tage: Pfostengruben, Gruben, Grubenhäuser, Öfen und eine Schmiedeesse. Eine einzige rechteckige Grube mit ca. 165 x 85 cm Ausdehnung enthielt vorgeschichtliche Keramik, die nur unscharf zwischen Spätneolithikum und Hallstattzeit eingeordnet werden kann. Ein sehr spannendes Ergebnis, weil damit möglicherweise ein erster Hinweis auf Siedlungstätigkeit vorliegt, die zeitlich mit dem bekannten bronze- und eisenzeitlichen Gräberfeld Heunisch/Lochert/Neuwiese in Verbindung gebracht werden kann.
Die älteste mittelalterliche Keramik stellt die rauwandige Drehscheibenware des 6.-8. Jahrhunderts dar sowie, damit vergesellschaftet, handgemachte rauwandige Waren; der Platz war spätestens in der jüngeren Merowingerzeit besiedelt. Im zum Bach hin gelegenen nördlichen Untersuchungsteil enden die Befunde im Hochmittelalter, wohl noch im 11. Jahrhundert, im südlichen Teil finden sich auch spätere Befunde, die vereinzelt bis ins 13./14. Jahrhundert reichen. Die Siedlungsphasen weisen offenbar unterschiedliche Ausrichtungen auf. Die jüngere Siedlungsphase ist auf die Verbindung nach Nehren ausgerichtet (Talstraße - untere Hauchlinger Straße), die ältere West-Ost mit Tendenz WSW-ONO. Diese Ausrichtung wird man mit der noch im 19. Jahrhundert genutzten alten Straße Hauchlingen-Gomaringen in Verbindung bringen können, welche nach dem Übertritt über den Wiesbach zur damaligen Zeit vermutlich am Südosthang des Steinlachtals Richtung Ofterdingen weiterlief. Mit einiger Wahrscheinlichkeit fassen wir hier eine ursprüngliche Funktion Hauchlingens im Fernverkehr, die mit der Gründung der Konkurrenzsiedlung Nehren als Ofterdinger Ausbausiedlung wohl noch im Frühmittelalter wieder obsolet geworden war.
In Verbindung mit den bekannten Lesefunden wird man das endgültige Wüstfallen der Siedlung am Wiesbach ins 12.-14. Jahrhundert datieren, das zum Weiler schrumpfende Hauchlingen hatte sich zu dieser Zeit bereits auf den Weg Richtung Nehrener Hauptstraße gemacht. Für die Siedlungsgeschichte von Nehren/Hauchlingen rückt damit die Frage nach dem Ursprung der dort gelegenen, erstmals 1275 erwähnten Kirche ins Zentrum: Fassen wir mit der Veitskirche, die in diesem Fall eine beachtliche Ausdehnung des frühmittelalterlichen Hauchlingens belegen würde, den frühmittelalterlichen Ursprung der Pfarrei Hauchlingen, der als solcher sicherlich auch Einfluss auf die Nehrener Siedlungsentwicklung genommen hätte? Oder fassen wir eine erst spät gegründete Wallfahrtskirche, die die Pfarrrechte sekundär an sich zog und sich selbst bereits an den durch die bedeutender gewordene Nachbarsiedlung Nehren vorgegebenen Siedlungsstrukturen orientiert? Die 2020 durchgeführten Untersuchungen in der Kirche scheinen diese Frage beantworten zu können: Nach grabungszeitlichem Stand wurde die Kirche wohl frühestens in der 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts errichtet, als Hauchlingen bereits im Besitz des Klosters Alpirsbach war. Es ist allerdings noch nicht sauber herausgearbeitet, ob die ältestens Funde die erste romanische Kirche oder aber die Vorgängerbesiedlung datieren, welche durch eine dünne Brandschicht unter dem ältesten Kirchenfußboden repräsentiert ist.
Durch eine naturwissenschaftliche Untersuchung gibt es brandneue Ergebnisse zum Alter der Nehren-Hauchlinger Hauptstraße. Ein während der Kirchengrabung 2020 geborgener Tierknochen an der Unterkante der ältesten Straßenbefestigung auf Höhe Hauchlinger Straße 22 datiert in die 2. Hälfte 12. bzw. das 1. Viertel des 13. Jahrhunderts. Mit einiger Wahrscheinlichkeit fassen wir damit das Errichtungsdatum der gerade verlaufenden NW-SO-Achse in der heute bekannten Form. Da der Bezug der Hauchlinger Kirche auf diese Straße - oder aber andersherum? - offenkundig ist, kristallisiert sich die Frage, wer hier Henne und wer Ei ist, als Schlüsselproblem der hochmittelalterlichen Nehren-Hauchlinger Siedlungsgeschichte heraus. Eine zusätzliche Dimension erhält diese Frage durch den Befund, der dem ersten Straßenschotter vorausgeht: Ein großer, homogen mit Lehm verfüllter Graben in den Dimensionen eines Stadt- oder Burggrabens, dessen Ausrichtung und Fortsetzung wegen der Störungen in der Straßenmitte nicht zu beschreiben ist. Entweder handelt es sich um eine natürliche Senke, die zufällig im oberen Bereich (dort wo beobachtet werden konnte) geradwandig eingetieft war oder aber um einen von Menschenhand gegrabenen Befund - am ehesten dann als Graben um eine Niederungsburg zu deuten, deren Haupthaus an der Stelle des herrschaftlichen Gebäudes Oper 1 zu lokalisieren wäre. Zwischen diesen Alternativen ist noch nicht sicher zu unterscheiden. Es ist allerdings recht wahrscheinlich, dass die Struktur, vermutlich im direkten Vorfeld des Straßenbaus, durch Menschenhand verfüllt wurde: es lassen sich keine natürlichen Aufwachsungen im Graben beobachten.
Ergebnisse zur frühen Nehrener Siedlungs- und Verkehrsgeschichte erbrachte eine durch das Landesamt für Denkmalpflege beauftragte baubegleitende Untersuchung mehrerer Hausanschlüsse in der unteren Luppachstraße 2019. Während die Aufschlüsse im Bereich der heutigen Post vor allem Informationen zur neuzeitlichen Geschichte des Luppachs erbrachten, lässt sich in zwei Profilen in der Auffahrt zur "Hofstatt" (zwischen Luppachstr. 14 und 20) wohl der ältere Verlauf der Luppachstraße nachweisen. Diese verlief oberhalb der feuchten Senke und lässt sich bei genauem Hinsehen noch im heutigen Ortsbild verfolgen: entlang dem zurückgesetzten traufständigen Wohnhaus Luppachstr. 6 (und diesem auf Kosten der Sparkasse abgebrochenen Nachbargebäude zur Wette hin) über die Einfahrt zur Hofstatt bis in die noch als solche erhaltene Straße "im Stiegel". Anders als die heute Richtung Mössingen abbiegende Luppachstraße wird man die "Urluppachstraße" noch als Ortsverbindung nach Ofterdingen begreifen können, von wo aus Nehren im Frühmittelalter gegründet worden sein dürfte.

Rottweil, Friedrichsplatz 16

Im Zusammenhang mit der Renovierung des historischen Gebäudes Friedrichsplatz 16 wurde das östlich anschließende Gartengrundstück bis auf Straßenniveau abgegraben, um dort eine Anwohnertiefgarage mit fünf Plätzen zu errichten. Laut der 1564 erstellten Rottweiler Pürschgerichtskarte war das Gartengrundstück zu dieser Zeit noch bebaut. Da der Lorenzort bis zur Vertreibung der Juden nach der Pest 1349 das Rottweiler Judenviertel beherbergte, galt dieser Bebauung besonderes Interesse.
Die gut sechswöchige, gemeinsam mit Tilmann Marstaller und Andreas Willmy geleitete Grabung Juli-September 2018 erbrachte spannende Befunde, wenngleich ganz anders als erwartet. So lässt sich mit Sicherheit ausschließen, dass das auf der Pürschgerichtskarte abgebildete Gebäude jemals in der Realität existierte. Stattdessen stellt das bis zur Grabung überlieferte, erhöht über Lorenz- und Kaufhausgasse liegende Gartengrundstücks letztlich eine nur wenig überformte stadtgründungszeitliche Situation dar. Die älteste Umfassungsmauer und die inneren Planierungen datieren in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts. Im Zuge dieser stadtgründungszeitlichen Parzellierungs- und Terrassierungsarbeiten wurde im Übrigen eine bislang unbekannte Vorgängerbesiedlung des 12. Jahrhunderts niedergelegt, zu der unter anderem ein gemauerter Brunnen gehörte, der stadtgründungszeitlich verfüllt wurde. Da die vorstädtischen Befunde und die auf deren Niederlegung zurückgehende Holkohlekonzentrationen nach Westen/oben dichter werden, erscheint denkbar, dass die schon die vorstädtische Bebauung auf die Durchgangsstraße "Friedrichsplatz" ausgerichtet war.
Letzte baubegleitende Untersuchungen erfolgten im Juli 2019 in Zusammenhang mit der Unterfangung des renovierten Wohngebäudes. Sie erbrachten interessante Details zur Baugeschichte. So ist der Vorsprung, den die Ostseite des Gebäudes in seiner Nordhälfte zeigt, lediglich eine junge Ausbesserung aus statischen Gründen und datiert wohl ins 19. Jahrhundert. Sie ersetzt ältere Anbauten an das Haus an dieser Stelle. Das Haus selbst hat einen um etwa einen halben Meter nach Westen zurückgesetzten Vorgängerbau, dessen lehmgebundenes Bruchsteinfundament formal der stadtgründungszeitlichen Umfassungsmauer um das Gartengrundstück entspricht und vermutlich in dieselbe Zeit zu datieren ist. Große Fundmengen vor allem des 17./18. Jahrhunderts erbrachte eine gemauerte Latrine, die unterhalb der backsteineingefassten neuzeitlichen Sickergrube zum Vorschein kam. Sie wurde wohl noch im ausgehenden 16. Jahrhundert errichtet, erhaltene konstruktive Hölzer sind geborgen worden und dürften eine dendrochronologische Datierung ermöglichen.

Tübingen, Evangelisches Stift

Zwischen Mai und Juli 2020 fanden baubegleitende Untersuchungen im Prälatenhof und im Bärengraden des Evangelischen Stifts in Tübingen statt. Es konnten bedeutsame Ergebnisse zur frühen städtischen Nutzung vor der Ankunft der Augustinereremiten in Tübingen 1262 erzielt werden, außerdem eine dichte Darstellung der Nutzung des Areals westlich des Klosters/des Stifts in Spätmittelalter und früher Neuzeit. Die wichtigsten vorläufigen Erkenntnisse sind im Kurzbericht als Download nachzulesen.

www.historische-archaeologie.de wurde zuletzt aktualisiert am 02.08.2021